Michael Meschke


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Michael Meschke

© Photo: Michael Kersten

1931 Geburt Michael Meschkes am 14 Juli in Danzig, heute Gdansk in Polen. Der Vater war Pfarrer, die Mutter Kirchenmusiker. Er verbrachte seine Kindheit im Dorf Schillersdorf an der Oder.

1939 Emigration der Familie nach Schweden auf Grund jüdischer Herkunft mütterlicherseits. Die Eltern wurden Lehrer an der Internatschule in Viggbyholm bei Stockholm. Diese Schule war u.a. für ihre liberale Pädagogik - weit vor ihrer Zeit - und Förderung von individuellen Begabungen der Schüler bekannt. Hier wurde der Schüler Michael von seinem Keramiklehrer, dem Bildhauer Einar Luterkort, ermutigt, seine erste Puppentheateraufführung zu schaffen. Sie wurde mit Klassenkameraden aufgeführt. Auf der Suche nach Vertretern des Puppenspiels trampte der trampte Michael Meschke nach Kriegsende durch Europa.

1951 Abitur und Ausbildung: Marionettentheater bei Harro Siegel, Braunschweig, Mime bei Etienne Decroux, Paris, Regie in Avignon und in Salzburg.

1953 Gründung des „Marionetteater Michael Meschke" in Stockholm. Dort entstanden u.a. die Aufführungen Baptiste, Benjamin, Der Clown Beppo, Nocturne (Version I und II), Die Geschichte vom Soldaten, Ein Weihnachtsspiel, La boîte à joujoux. Michael Meschke hatte weder Bühne noch Ensemble, sondern spielte alleine oder mit einem Assistenten. Man spielte an Jugendzentren, in Bibliotheken und in Schulen.

1958 Gründung des von der Stadt Stockholm finanzierten „Marionetteatern" mit Michael Meschke als Leiter bis 1999. Die erste Inszenierung auf dieser Bühne war Der Weg der zum Himmel führt von Rune Lindström und die letzte Die Apokalypse. Während dieser vierzig Jahre wirkte er als Intendant, Figurenschaffer, Puppenspieler, Regisseur, Verfasser und Lehrer.

Charakteristisch für Meschkes Wahl von Repertoire war, dass er Werke der größten Schriftsteller, von Sophokles bis Brecht, über Aiskylos, Euripides, Dante Alighieri, Cervantes, Büchner, Giraudoux, Strindberg, Jarry, Vian, Neruda, Saint-Exupéry usw. auf die Puppentheaterbühne brachte.

1967 Start des Cullbergbaletten unter Meschkes Verwaltung.

1973 Eröffnung des „Marionettmuseet" im Anschluss an das Theater mit Sammlungen aus aller Welt. www.marionettmuseet.se

1974 Erste Reise nach Asien. Diese sollte seine gesamte Theaterauffassung beeinflussen. Er kehrte oft nach Asien zurück - sowohl mit Gastspielreisen des Marionetteatern, als auch zu Studienreisen, Regieaufträgen, Vorlesungen oder Workshops. Charakteristisch für das Leben Michael Meschkes ist sein ausgeprägter Internationalismus, der auch zum Signum des Marionetteatern wurde. Schon bevor er ein eigenes Theater hatte, baute er ein Netzwerk von schwedischen und internationalen Kulturpersönlichkeiten auf: Wilhelm Furtwängler, Jean Vilar, Gérard Philipe, Marcel Marceau, Henry Miller, Hans Leygraf, Margareta Niculescu, Sven-Erik Bäck und Birgit Åkeson. Spätere wichtige Inspirationsquellen sind Sture Linnér, Peter Oskarson, Jack Lang, Kinnosuke Takeda, Joan Baixas, Enrico Baj, György Ligeti und Krzysztof Penderecki.

Michael Meschke war zweiundzwanzig Jahre lang stark in der internationalen Puppentheaterorganisation UNIMA engagiert: als Mitglied des Exekutivkomitees, als Vorsitzender der Dritten-Welt Kommission, als Vizepräsident und als Mitbegründer und Vorsitzende der UNIMA-Schweden. Der Internationalismus führte zu weltumfassenden Gastspielen des Marionetteatern wie kein anderes schwedisches Ensemble, sowie zu Festivals und Gastspielen von Gruppen aus aller Welt auf eigener Bühne (wie Living Theatre, Harro Siegel, Harry Kramer, Teatro Libero mit Orlando Furioso, Bread & Puppet, u.a). Gaststudenten kamen aus dem Ausland um von Meschke ausgebildet zu werden.

1999 Übergabe der Leitung des Marionetteatern an Helena Alvarez ( später Nilsson).

Michael Meschke gründete Schulen in Åbo, Finnland und in Stockholm und unterrichtete an der Ecole supérieure nationale des arts de la marionnette in Charleville-Mézières, Frankreich.

1998 gründet und leitete er bis 2002 als Professor die Abteilung für Masken- und Puppentheater am Dramatiska institutet (Staatliche Hochschule für Film, TV, Radio und Theater).

Er hat mehrere Bücher zum Thema Puppentheater geschrieben und ein großer Teil seiner Publikationen ist im Ausland veröffentlicht worden.

Michael Meschke wirkt aktiv für den Kulturaustausch zwischen Europa und Asien. Er ist oft Gastlehrer in Bangkok und arbeitet besonders für bedrohte Traditionen. Mit Hilfe seiner Stiftung „SIMA" (Solidarité internationale des marionnettistes) und SIDA (Swedisch International Development Agency) fördert er die Weiterentwicklung der Marionettheatertradition in Burma und der thailändischen Tradition des Nang Yai. In Stockholm leitet er weiter das Puppentheater Museum: www.marionettmuseet.se

 

Gesagt über Michael Meschke

von Marcel Marceau: „Meschkes Pantomimen (mit Figuren) stehen meiner Vorstellungen des Puppentheaters nahe: seine Aufführungen werden von visueller Fantasie beherrscht, wo sogar Gegenstände Leben bekommen."



von Richard Hoogland in der Zeitschrift Teatertidningen, 1999: „Marionetteatern war eine der im schwedischen Theaterleben wichtigsten Naben, obwohl es meistens in kleinen Lokalitäten und ohne prahlende Schlagzeilen gewirkt hat."



von Jack Lang, ehemaliger französischer Kulturminister: „Er hat alle Genre überschritten, glitt erfolgreich von Mime- zum Filmschaffen, gründete ein Theater, Institutionen und Museen, niemals dilettantisch, immer als ein leidenschaftlicher und fordernder Erforscher."



von ihm selbst im Jahre 1998: „Für mich war es unmöglich das was privat und das was Theater ist voneinander zu trennen, alles verwebt sich zu meinem Leben".
Trubadur
Trubadur, Figur von Michael Meschke 1952  
© Photo: Michael Kersten  
   
   Produktion: efunction
© 2008 Michael Meschke